Johann Georg Fischer (Dichter)

Johann Georg Fischer (* 25. Oktober 1816 in Groß-Süßen; † 4. Mai 1897 in Stuttgart) war ein deutscher Lyriker und Dramatiker.
Sein Vater, ein Zimmermann, starb früh. Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Tübingen von 1831 bis 1833 wurde er Schulgehilfe und Unterlehrer an verschiedenen Orten. Wie später sein Sohn Hermann Fischer schloss er sich in seiner Studienzeit der Tübinger Königsgesellschaft Roigel an. Nach einer weiteren Ausbildung zum Realschullehrer mit nachfolgend verschiedenen Dienstorten kam er ab 1845 an die Elementarschule nach Stuttgart. Er wurde deren Leiter, ebenso erhielt er die Leitung der kaufmännischen Fortbildungsschule Stuttgart übertragen. 1857 promovierte er in Tübingen zum Dr. phil. Von 1862 bis 1885 wirkte er als Professor und später als deren Leiter an der Oberen Stuttgarter Realschule.
Johann Georg Fischer entwickelte sich in seiner Stuttgarter Zeit zum gefeierten Lyriker und Dramatiker. Besonders seine 24 Reden an den Geburtstagen Friedrich Schillers machten ihn populär. Für seine Verdienste um die Errichtung des dortigen Schiller-Nationalmuseums, der Renovierung von Schillers Geburtshaus und der Errichtung des Schillerdenkmals 1876 ernannte ihn die Stadt Marbach am Neckar zum Ehrenbürger. Seinen siebzigsten Geburtstag feierte Stuttgart wie ein Volksfest.
Auch in seinem Heimatort erhielt er die Ehrenbürgerwürde.
Hochgeehrt starb Johann Georg Fischer am 4. Mai 1897 im 80. Lebensjahr in Stuttgart. Seine Ruhestätte auf dem Pragfriedhof wird von der Stadt Stuttgart als Ehrengrab gepflegt.
Fischers Geburtshaus in Süßen wurde bei einem Brand stark in Mitleidenschaft gezogen. Dies veranlasste die Stadtverwaltung und den Gemeinderat, das Gebäude abreißen zu lassen, da es auch vom Denkmalamt keine Bedenken gab und das Gebäude in seiner ursprünglichen Form bereits mehrmals verändert worden war.

Stefano Casiraghi

Stefano Casiraghi (* 8. September 1960 in Mailand; † 3. Oktober 1990 in Monte Carlo) war ein italienischer Unternehmer und Offshore-Rennfahrer.

Er war von 1983 bis zu seinem Tod 1990 mit Caroline von Monaco verheiratet und hat mit ihr drei Kinder:
Casiraghi kam am 3. Oktober 1990 bei einem Unfall vor der Küste Monacos ums Leben, als er seinen Weltmeistertitel im Offshore-Rennboot verteidigen wollte. Es herrschte während des Rennens starker Seegang, wodurch das Boot kenterte. Casiraghi wurde von Rettungsbooten lebend geborgen, starb jedoch anschließend im Krankenhaus von Monte Carlo. Sein Copilot Patrice Innocenti überlebte das Unglück. Experten, die den Unfall untersuchten, sagten, dass er den Unfall höchstwahrscheinlich überlebt hätte, wenn sein Boot mit einem der seinerzeit schon vorhandenen Sicherheitscockpits ausgerüstet gewesen wäre. Einige Wochen zuvor war er nur knapp dem Tod entgangen, als sein Boot vor der Küste Guernseys explodierte. Infolge seines Todes wurden die Sicherheitsvorschriften bei Rennbooten verschärft.
Casiraghi ist in der Chapelle de la Paix in Monaco begraben, in der sich auch die Ruhestätte von Pierre de Polignac befindet.

Carl Joseph Luther

Carl Joseph Luther (häufig auch C. J. Luther oder CIL; * 11. November 1882 in Euskirchen oder Gießen; † 6. Juni 1968 in München) war ein deutscher Skipionier, Sportjournalist und Autor.

Die Eltern von Carl Joseph Luther waren der Bierbrauer Joseph Luther (* 1849) und Maria Anna Dengler.
Luther besuchte ab 1897 das Gymnasium des Schweizer Klosters Einsiedeln. Anschließend studierte er an der Universität Freiburg im Üechtland Kunstgeschichte und Journalistik. Im Oktober 1905 ging er aus gesundheitlichen Gründen zur Rigi, wo er die Skisportler Thorleif Björnstad und Leif Berg traf und das Skifahren lernte. Fortan war er selbst als Sportler aktiv und schrieb als Journalist über das Skifahren, unter anderem bei den Zeitungen Der Bund und Deutsche Alpenzeitung. In München gründete er die Zeitschrift Der Winter, für die er insgesamt 28 Jahrgänge gestaltete. 1908 war er Sprungsieger bei den deutschen Skimeisterschaften. 1911 veröffentlichte er das Buch Schule des Schneelaufs, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. 1913 und 1914 gewann er jeweils einen Silberbecher beim Springen auf dem Holmenkollbakken. Zudem war er erster Lehrwart des Deutschen Skiverbandes.
Am Anfang des Ersten Weltkrieges gab er dem bayrischen König Ratschläge zum Einsatz des Skifahrens im Krieg, was zur Bildung von Skicorps führte. Luther heiratete im Jahr 1914 Agnes Volger. Im Anschluss an den Krieg war er als Skilehrer und Planer von Skisprungschanzen tätig. Er war an der Planung der Sprungschanzen von Ernstthal, Schreiberhau, Baiersbronn, Berchtesgaden, Oberstdorf, Marienbad, München Icking und Garmisch-Partenkirchen beteiligt. Luther starb 1968 und wurde an seinem letzten Wohnort Garmisch-Partenkirchen begraben.
Er erhielt 1966 das Bundesverdienstkreuz am Bande und war unter anderem Ehrenmitglied des Deutschen Skiverbands, des Deutschen Kanu-Verbandes und des Deutschen Camping-Clubs. Er veröffentlichte mehr als 50 Bücher und Broschüren.
Neben dem Wintersport betrieb Luther Kanusport. Er war ein Freund des Faltbooterfinders Alfred Heurich und trug nach dessen Ansicht viel zur Verbreitung des Faltbootsports bei.

Læknishendr

Besetzung
Læknishendr, auch Laeknishendr, (alt-isländisch: ‚Heilende Hände‘) ist ein Demo der Viking-Metal-Band Falkenbach.

Zwischen 1989 und 1996 nahm das einzige Mitglied von Falkenbach, Vratyas Vakyas, insgesamt neun Kassetten auf. Da über die meisten davon nur sehr wenig bekannt ist, lässt sich nicht sagen, die wievielte davon Læknishendr ist; die übrigen Aufnahmen waren nicht zur Weitergabe an ihm unbekannte Personen bestimmt. Sämtliche Lieder von Laeknishendr kamen bereits auf älteren Tapes vor.
1995 nahm Vratyas Vakyas im isländischen Nationalpark Þingvellir die nach seinen Angaben erste offizielle Kassette Læknishendr auf. Die Originalveröffentlichung wurde in einer Auflage von 33 Stück gefertigt und an verschiedene Plattenfirmen verkauft, jedoch haben viele der Plattenfirmen die Kassetten jedoch ohne Erlaubnis kopiert und teilweise sogar verkauft. Den Angaben von Vratyas Vakyas zufolge ging es ihm beim Versand der Kassette an Plattenfirmen nicht hauptsächlich um einen Plattenvertrag, sondern um Rückmeldung zu Musik und Texten. Heute gilt ein Original des Demos als gesuchte Rarität.
Die im Internet verbreitere Bootleg-Version ist etwas zu schnell gespielt und deshalb um 2 Minuten kürzer. Die Songs Skirnir, Læknishendr und Asaland wurden später neu aufgenommen und auf den Alben …En their medh riki fara…, Heralding – The Fireblade und Tiurida wiederveröffentlicht. Læknishendr erscheint ohne Intro auf dem 1995 von No Colours Records herausgegebenen Promo-Tape.
Der Stil ist weitaus minimalistischer und düsterer als auf den folgenden Alben und der Sound recht verwaschen. Der Gesang ist hintergründiger als auf den Alben und teilweise mit einem Delay versehen, cleaner Gesang wird vergleichsweise selten verwendet. Alle Schlagzeugspuren wurden mit einem analogen Drumcomputer eingespielt. Anstatt einer Akustikgitarre wie auf den Alben verwendet Vakyas für die unverzerrten Zwischenspiele eine E-Gitarre.
Das Intro Skirnir beginnt mit einer epischen Keyboardmelodie, worauf ein schleppender Metal-Part folgt. Diese Version unterscheidet sich deutlich von der auf dem Album Heralding. Der Titelsong Læknishendr beginnt mit einem cleanen Folk-ähnlichen Intro, welches auf den Wiederveröffentlichungen fehlt, mit fast 8 Minuten ist dieses die längste Version dieses Stücks. In der Mitte und am Ende wird die markante Folk-Melodie jeweils wiederholt.
Blond ist sehr schleppend und minimalistisch. Das Stück bedient sich Elementen des Doom Metals und enthält neben klarem Gesang, akustischen Interludien einige Passagen, bei welchen nur Wind- bzw Wassergeräusche zu hören sind. Mit über 11 Minuten ist dies der längste Song. Wuotan Imposuerunt besteht aus einem langsamen, in Palm Mutes gespielten E-Gitarren-Rhythmus, über welchem eine hynotische Keyboardmelodie liegt, diese Melodie wird nur von einem kurzen interludium und einem Blastbeat-Part unterbrochen.
Infernum ist ein sehr schnelles, im norwegischen Black-Metal-Stil gespieltes Lied. Die ersten 3 Minuten bestehen größtenteils aus Blastbeats und gekeiftem Gesang, stellenweise sind psychedelische Keyboards zu hören. Darauf folgt ein atmosphärischer Part, in welchem ein Horn erklingt, darauf folgt ein epischer Beat. Die letzten drei Minuten sind mit den ersten drei identisch, enthalten aber keinen Gesang. Das Outro Asaland beginnt mit einer cleanen, mit einem Echo versehenen Gitarrenmelodie, welche zum Ende des Stückes von Keyboard, Schlagzeug und E-Gitarre begleitet wird.
Die Texte von Skirnir und Læknishendr sind in altnordischer Sprache geschrieben, letzter entstammt der Edda, Sigrdrífumál, Vers 4 und 5. Infernum enthält eine Textpassage aus der Schrift Germania des Tacitus. Dort werden Krieger beschrieben, welche ihre Haut schwarz anmalen. Da sich dieser Song am norwegischen Black Metal orientiert, ist der Text eine Art Hommage an das in der dortigen Szene verwendete Corpsepaint.
Sic von Myrrthront.de nannte Laeknishendr „selbst für ein Demo absolute Klasse“ und verglich den Stil mit Enslaveds Frost.

Poweshiek County

Das Poweshiek County ist ein County im US-Bundesstaat Iowa. Bei der Volkszählung im Jahr 2010 hatte das County 18.914 Einwohner und eine Bevölkerungsdichte von 12,5 Einwohnern pro Quadratkilometer. Der Verwaltungssitz (County Seat) ist Montezuma, benannt nach dem aztekischen Herrscher von Mexiko

Das County liegt im mittleren Südosten von Iowa und hat eine Fläche von 1.518 Quadratkilometern, wovon drei Quadratkilometer Wasserfläche sind. Es grenzt an folgende Nachbarcountys:
Das Poweshiek County wurde 1843 aus als frei bezeichneten – in Wirklichkeit aber von Indianern besiedelten – Territorium gebildet. Benannt wurde es nach Poweshiek, einem Häuptling der Fox-Indianer.
Nach der Volkszählung im Jahr 2010 lebten im Poweshiek County 18.914 Menschen in 7.650 Haushalten. Die Bevölkerungsdichte betrug 12,5 Einwohner pro Quadratkilometer.
Ethnisch betrachtet setzte sich die Bevölkerung zusammen aus 94,9 Prozent Weißen, 1,2 Prozent Afroamerikanern, 0,2 Prozent amerikanischen Ureinwohnern, 1,4 Prozent Asiaten sowie aus anderen ethnischen Gruppen; 1,4 Prozent stammten von zwei oder mehr Ethnien ab. Unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit waren 2,4 Prozent der Bevölkerung spanischer oder lateinamerikanischer Abstammung.
In den 7.650 Haushalten lebten statistisch je 2,23 Personen.
20,9 Prozent der Bevölkerung waren unter 18 Jahre alt, 60,7 Prozent waren zwischen 18 und 64 und 18,4 Prozent waren 65 Jahre oder älter. 51,1 Prozent der Bevölkerung war weiblich.
Das jährliche Durchschnittseinkommen eines Haushalts lag bei 50.998 USD. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 25.218 USD. 11,2 Prozent der Einwohner lebten unterhalb der Armutsgrenze.
Citys
Unincorporated Communitys
1 – teilweise im Mahaska County
Das Poweshiek County ist in 16 Townships eingeteilt:
Die Stadt Grinnell ist keiner Township angehörig.
Liste der Countys in Iowa Adair | Adams | Allamakee | Appanoose | Audubon | Benton | Black Hawk | Boone | Bremer | Buchanan | Buena Vista | Butler | Calhoun | Carroll | Cass | Cedar | Cerro Gordo | Cherokee | Chickasaw | Clarke | Clay | Clayton | Clinton | Crawford | Dallas | Davis | Decatur | Delaware | Des Moines | Dickinson | Dubuque | Emmet | Fayette | Floyd | Franklin | Fremont | Greene | Grundy | Guthrie | Hamilton | Hancock | Hardin | Harrison | Henry | Howard | Humboldt | Ida | Iowa | Jackson | Jasper | Jefferson | Johnson | Jones | Keokuk | Kossuth | Lee | Linn | Louisa | Lucas | Lyon | Madison | Mahaska | Marion | Marshall | Mills | Mitchell | Monona | Monroe | Montgomery | Muscatine | O’Brien | Osceola | Page | Palo Alto | Plymouth | Pocahontas | Polk | Pottawattamie | Poweshiek | Ringgold | Sac | Scott | Shelby | Sioux | Story | Tama | Taylor | Union | Van Buren | Wapello | Warren | Washington | Wayne | Webster | Winnebago | Winneshiek | Woodbury | Worth | Wright
41.686666666667-92.526111111111Koordinaten: 41° 41′ N, 92° 32′ W

Peter Frommhold von Löwis of Menar

Peter Frommhold von Löwis of Menar (* 9. Februar 1769 in Sackhof, Estland; † 28. November 1829 ebenda) war ein baltischer Adeliger, schottischer Abstammung, aus dem Adelsgeschlecht Löwis of Menar. Er war russischer Major und später Agrarpolitiker und Hakenrichter.

Peter Frommhold von Löwis of Menar wurde als dritter Sohn des Reinhold Friedrich von Löwis of Menar (1731–1794) und dessen Ehefrau Dorothea Elisabeth Clapier de Colongue (1744–1799) geboren. Seine Brüder waren der russische Generalleutnant Friedrich von Löwis of Menar (1767–1824) und der Zeichner und Historiker Andreas von Löwis of Menar (1777–1839). Er diente im russischen Heer und erlangte den Dienstgrad eines Majors. Nach seinem Abschied aus der Armee wurde er ab 1793 Gutsbesitzer von Kandel und danach erbte er Sackhof. Ihm wurde das Amt eines Hakenrichters für die Gemeinde Strand-Wierland übertragen. In dieser Eigenschaft erließ er zwischen 1801 bis 1804 ein Gesetzbuch für die Bauern in Kandel. Hierin wurden das ländliche Nutzungsrecht und Gemeindegerichtsbarkeit festgelegt. Es beinhaltete auch die Möglichkeiten zum Erwerb der Freiheit und weitere administrative Ausführungsbestimmungen. P.F. Löwis of Menar setzte sich für die Entwicklung einer ländlichen Sozialstruktur und Schulwesens ein und unterstütze die Einrichtung eines Lehrerseminars.
Kandel (Kandla auch Kandle mõis) ist ein Erbrittergut und liegt bei Arensburg. Es besteht seit dem Mittelalter als Hof Wackerselge in der Wacke und wurde 1542 erwähnt. 1548 wurde der Besitz erheblich vergrößert und bestand aus zwei Dörfern. Von 1542 bis 1730 gehörten der estländischen Familie Berg die Güter und wechselte 1793 an P.F. von Löwis of Menar. Anfang des 19. Jahrhunderts übernahm die Familie v. Güldenstubbe das Gut und 1919 erbte Ludwig von Güldenstubbe das Rittergut. Seit 1909 gehörte das Gut Kandel zur Gemeinde Kergelhof und ging 1939 in die Gemeinde Kergel über
P.F. von Löwis of Menar heiratete 1798 Ottilie Charlotte Wilhelmine von Toll (1774–1804), aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:

Heinz Klemm (Fußballspieler)

Heinz Klemm (* 31. Oktober 1926; † nach 1973) war ein deutscher Fußballtorwart. Für die SG Volkspolizei/Dynamo Dresden und den SC Dynamo Berlin spielte er in der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklasse im DDR-Fußball. 1953 wurde er mit Dynamo Dresden DDR-Meister.
Bis 1950 spielte Klemm bei der unterklassigen SG Volkspolizei Leipzig. Im Sommer 1950 wurde er zu einem Sichtungslehrgang der Sportvereinigung Deutsche Volkspolizei eingeladen, der dazu dienen sollte, die drittklassige SG Volkspolizei Dresden zu einer erstligatauglichen Mannschaft aufzurüsten. Klemm erreichte die Aufnahme in den Kader für die Saison 1950/51, mit dem die SG VP Dresden ohne sportliche Qualifikation in die DDR-Oberliga eingegliedert wurde. Klemm wurde vom ersten Oberligapunktspiel an eingesetzt und fehlte nur bei einem der 34 ausgetragenen Meisterschaftsspiele. Auch in den folgenden zwei Spielzeiten war er der Stammtorwart der Dresdner. 1953 wurde er mit seiner Mannschaft, die inzwischen in SG Dynamo Dresden umbenannt worden war, DDR-Meister. In dieser Saison wurde Dynamo Dresden auch Pokalsieger, beim 3:0-Endspielsieg über Einheit Pankow stand Klemm wie gewohnt im Tor. 1953/54 musste er wegen Verletzungen mehrfach pausieren, sodass er nur 15 von 28 Punktspielen bestreiten konnte.
In der Hinrunde der Spielzeit 1954/55 hatte Klemm die ersten acht Punktspiele für die Dresdner absolviert, danach wurde die Mannschaft in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nach Ost-Berlin umgesiedelt. Am 21. November 1954 trat sie erstmals als SC Dynamo Berlin an. Klemm spielte für den SC Dynamo in dieser Saison noch 15 von 18 Punktspielen. Bis zum Ende der Saison 1956 (es wurde nun im Kalenderjahr-Rhythmus gespielt) blieb Klemm Stammtorwart bei Dynamo Berlin. Danach stieg Dynamo Berlin aus der Oberliga ab. In der DDR-Ligasaison 1957 wurde Klemm zunächst von Walter Hindenberg abgelöst, kam erst am Ende der Hinrunde wieder in die Mannschaft und kam so bei 26 Punktspielen nur 14-mal zum Einsatz.
Auch nach dem sofortigen Wiederaufstieg konnte sich Klemm nicht mehr als Stammtorwart etablieren. Zwischen 1958 und 1960 kam er nur auf 26 Einsätze bei 78 ausgetragenen Oberligaspielen. 1961 kehrte der DDR-Fußball wieder zum Sommer-Frühjahr-Rhythmus zurück, dazu wurde in der Oberliga zwischen März 1961 und Juni 1962 eine Mammutsaison mit 39 Spieltagen ausgetragen. Es wurde Klemms letzte Spielzeit in der Oberliga. Er bestritt nur noch sechs Punktspiele und beendete danach seine Laufbahn als Oberligaspieler. Innerhalb von zehn Spielzeiten hatte er 187 Oberligapunktspiele absolviert, 116 für Dynamo Dresden und 71 für Dynamo Berlin.
Nach dem Ende seiner Fußballerkarriere wurde Klemm Übungsleiter bei verschiedenen Berliner Fußballmannschaften. Er begann 1962 bei der Armeesportgemeinschaft Vorwärts Berlin, die er nach einer Saison zum Aufstieg in die zu dieser Zeit viertklassige Stadtliga Ost-Berlin führte. Weitere Stationen waren die 2. Mannschaft des FC Vorwärts Berlin, Vorwärts Bestensee (1973 Aufstieg in die Stadtliga), BSG Turbine Berlin und BSG Tiefbau Berlin.

Steinhaufengrab

Die Steinhaufengräber (dän. Stendyngegrave) der Jungsteinzeit (nicht zu verwechseln mit den Steinhügelgräbern aus späterer Zeit) sind die mysteriösesten Anlagen in Dänemark. Sie wurden zwischen 3100 und 2800 v. Chr., also in der Endphase der Trichterbecherkultur (TBK) erbaut. Sie bestehen aus mit Steinen gefüllten, zumeist paarweise und in Reihen mit Längen bis zu zwei Kilometern, zumeist neben einer kleinen Totenhütte (dän. dødehus) angelegten Gruben. Mitunter nehmen diese Gruppierungen die Form von Ochsengespannen an, die sich auf einem Treck befinden (Bondesgårde, bei Torsted in Westjütland).
Nachdem der Bau der Großsteingräber abgeklungen war, wurden die Anlagen für Bestattungen nachgenutzt. Aber dies war nicht in allen Landesteilen der Fall. Die Steinhaufengräber kennt man nur in Jütland. Dabei ist unklar, ob Steinhaufengräber tatsächlich Gräber waren, denn es wurden in ihnen keine Gebeine gefunden. Das kann auf die sandigen, kieselsäurehaltigen Böden Jütlands zurückgeführt werden. Steinhügelgräber sind langovale Gruben, die mit Schichten von Steinen gefüllt sind. Das Totenhaus erscheint als etwa 0,3 m tiefe, quadratische Grube mit Spuren vertikaler Pfosten. Dies kann ein Indikator dafür sein, dass das „dødehus“ das eigentliche Grab war. Die paarweisen Gruben könnten für Tieropfer bestimmt gewesen sein, denn in einigen Fällen fand man Zähne und Knochen von Rindern an deren östlichem Ende.
Dabei ist zu beachten, und wird durch den Fund einer 22 cm langen Feuersteinaxt von Vroue Hede I + II gestützt, die einem Typ (dän. Stridsøkserne) angehört, der nicht zu den klassischen TBK-Äxten gehört, dass diese dünnbesiedelte Region laut P. V. Glob zu den ersten in Dänemark gehört, die Spuren der Schnurkeramiker aufweist.

Otto Schuster

Otto Schuster (* 27. Juli 1925 in Hohenpeißenberg) ist ein deutscher Journalist und Herausgeber.

Schuster wurde als Sohn eines Bergmanns geboren. Er besuchte zunächst die Oberschule Weilheim in Oberbayern und bewarb sich dann 1941 erfolgreich für die Reichsschule der NSDAP Feldafing (RSF). Seine Eltern waren gegen die Ambitionen Schusters. Nach dem „Sonderabitur“ in Feldafing meldete er sich 1944 als Kriegsfreiwilliger zur Luftwaffe der Wehrmacht und wurde in Frankreich und Holland eingesetzt. 1999 war er an einem Sammelband von Zeitzeugen zum Thema NS-Ausleseschulen beteiligt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg (1945) begann er ein Studium der Volkswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München, was er allerdings nach Bekanntwerden seiner Schulausbildung abbrechen musste. Er besuchte stattdessen von 1946 bis 1947 eine Journalistenschule und volontierte 1948 bei einer Regionalzeitung. Von 1948 bis 1950 war er in der Redaktion des Freisinger Tagblatts in Freising und von 1950 bis 1957 der Isar-Post in Landshut tätig.
Im Jahr 1957 kam er als Redakteur zur Illustrierten Quick nach München. 1966 wechselte er in die Entwicklungsredaktion des Axel-Springer-Verlages, wo die Zeitschriften Eltern und Jasmin betreut wurden. 1968 übernahm er die stellvertretende Chefredaktion des monatlich erscheinenden Familienmagazins Eltern, ab 1970 war er deren Chefredakteur. 1985 wurde er Herausgeber der Zeitschriften beim Verlagshaus Gruner + Jahr in München. Seit 1990 ist er in Pension.
Schuster ist verheiratet und Vater eines Kindes.

Schweizerisches Idiotikon

Das Schweizerische Idiotikon (oder Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, auch Schweizerdeutsches Wörterbuch oder gewöhnlich kurz Idiotikon genannt) erfasst den lebenden und historischen schweizerdeutschen Wortschatz (einschliesslich der Walsergebiete Oberitaliens). Ausgenommen hiervon ist die bairische Mundart Samnauns, die im Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich beschrieben wird.
Die Publikation begann 1881 und soll etwa 2022Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren abgeschlossen werden. Das ganze Werk ist, soweit es gedruckt vorliegt, seit September 2010 über die Homepage www.idiotikon.ch kostenlos online abrufbar; dieses Schweizerische Idiotikon digital wird laufend ausgebaut. Überdies ist eine leichter benutzbare populäre Kompaktausgabe geplant.

Das Schweizerische Idiotikon dokumentiert den gesamten deutschschweizerischen Wortschatz ab dem Ende der klassischen mittelhochdeutschen Periode im 13. Jahrhundert bis in die aktuelle Zeit, in welcher der jeweilige Band publiziert wird (19.–21. Jahrhundert). Es ist damit auch das historische Wörterbuch der Region, darüber hinaus aber auch das detailreichste frühneuhochdeutsche Wörterbuch der deutschen Sprache überhaupt.
Von seiner historischen Ausrichtung, seiner Ausführlichkeit und seiner Tiefe wie Breite her steht das Schweizerische Idiotikon ab der Mitte seines vierten Bandes beziehungsweise der Übernahme der Chefredaktion durch Albert Bachmann auf der Stufe der nationalen Wörterbucher, wie etwa auch das Deutsche Wörterbuch, das Österreichische Wörterbuch, das Woordenboek der Nederlandsche Taal, das Oxford English Dictionary oder das Svenska Akademiens ordbok. Zuvor stand es mehr in der Tradition der landschaftlichen Wörterbücher des Deutschen, denen es zeitlich allerdings (mit Ausnahme von Schmellers Bayerischem Wörterbuch) voranging.
Das Schweizerische Idiotikon ist eines der vier nationalen Wörterbücher der Schweiz, zusammen mit dem Glossaire des patois de la Suisse romande in Neuenburg, dem Vocabolario dei dialetti della Svizzera italiana in Bellinzona und dem Dicziunari Rumantsch Grischun in Chur. Wie diese drei ist es nicht allein linguistisch beziehungsweise semantisch ausgerichtet, sondern es legt auch grosses Gewicht auf die Dokumentation älterer volkskundlicher Verhältnisse. Zugleich ist es eines der grosslandschaftlichen Wörterbücher des Deutschen.
Die erstmalige Gründung des Vereins für das Schweizerdeutsche Wörterbuch erfolgte 1862 auf Initiative der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich; erster Chefredaktor war Friedrich Staub. Ein Netz von mehreren hundert über die ganze Deutschschweiz verteilten sogenannten Korrespondenten half besonders in dieser Frühzeit aktiv mit, den Grundstock des Materials zusammenzutragen. Einige Personen wurden sogar selbst publizistisch tätig, um das neue Werk zu unterstützen, so etwa mit eigenen lokalen beziehungsweise regionalen Wörterbüchern der Davoser Valentin Bühler (ab 1870), der Leerauer Jakob Hunziker (1877) und der Basellandschäftler Gustav Adolf Seiler (1879) oder mit selbst verfasster Mundartliteratur der Solothurner Bernhard Wyss (1863) und der Zürcher Oberländer Jakob Senn (1864). Auch gingen Manuskripte in grosser Zahl bei der Redaktion ein, darunter ganze – unpublizierte – Wörterbücher wie dasjenige des Bündners Martin Tschumpert.
Die erste Lieferung (gemäss Titelblatt; fälschlicherweise zugleich als Publikationsjahr des gesamten ersten Bandes fungierend) erschien 1881. Ursprünglich waren vier Bände geplant. Der ab 1896 amtierende neue Chefredaktor Albert Bachmann stellte das Wörterbuch auf der Basis von Hermann Pauls Forderungen betreffend die wissenschaftliche Lexikographie jedoch auf eine neue Basis, weshalb sich die ab der Mitte des vierten Bandes erscheinenden Wortartikel beziehungsweise die nachfolgenden Bände in Umfang, Dichte und Tiefe wesentlich von denjenigen der Frühzeit unterscheiden. Unter Bachmanns Ägide entstand zudem die – schliesslich zwanzigbändige – Reihe der Beiträge zur Schweizerdeutschen Grammatik, welche die Sammlung des Idiotikons ergänzen und insbesondere die «nach Abschluss des Wörterbuchs auszuarbeitende Grammatik des Schweizerdeutschen» vorbereiten sollte.
1950 wurde der Verein für das Schweizerdeutsche Wörterbuch ein zweites Mal gegründet und damit die Antiquarische Gesellschaft aus Zürich von der Verantwortung für das Idiotikon entbunden. Finanziert wird das Wörterbuch von der Schweizerischen Akademie der Wissenschaften und den deutschschweizerischen Kantonen.
Der verarbeitete Quellenbestand beläuft sich auf rund 8000 Titel. Er umfasst im Wesentlichen gedruckte Quellen (ab dem 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart), ab dem Beginn des 16. Jahrhunderts auch eine grosse Zahl von Originaldrucken, sodann Exzerpte aus ungedruckten Rechts- und Gerichtsquellen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit sowie von Privatpersonen eingeschickte handschriftliche Wörtersammlungen vor allem des 19. Jahrhunderts.
Das Material gliedert sich in die Abteilungen ältere Sprache (bis 1799) und lebende Mundart (seit 1800).
Das Gesamtmaterial umfasst über 1,5 Millionen Zettel mit zum Teil mehreren Belegen je Zettel. Das Belegkorpus wird immer noch ergänzt.
Heute teilen sich sieben Redaktoren in fünf Stellen; hinzu kommen Stellenprozente für die Administration, für studentische Hilfskräfte sowie für Mitarbeiter an Sonderprojekten.
Von denjenigen Personen, die längere oder kürzere Zeit Mitglied der Redaktion waren, haben die folgenden einen eigenen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia: Emil Abegg, Albert Bachmann, Oskar Bandle, Hermann Blattner, Walter Clauss, Peter Dalcher, Eugen Dieth, Otto Gröger, Werner Hodler, Eduard Hoffmann-Krayer, Johann Ulrich Hubschmied, Ruth Jörg, Kurt Meyer, Guntram Saladin, Eduard Schwyzer, Friedrich Staub, Clara Stockmeyer, Carl Stucki, Ludwig Tobler, Rudolf Trüb, Jakob Vetsch, Hans Wanner und Wilhelm Wiget. In der alemannischen Wikipedia finden sich fast alle ehemaligen Redaktoren und Redaktorinnen mit einem eigenen Artikel vertreten.
Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Begonnen von Friedrich Staub und Ludwig Tobler und fortgesetzt unter der Leitung von Albert Bachmann, Otto Gröger, Hans Wanner, Peter Dalcher, Peter Ott und Hans-Peter Schifferle. Bände I–XVI Verlag Huber Frauenfeld, Frauenfeld 1881–2012, Band XVII Schwabe Verlag Basel, Basel 2015 ff.
Publikationsstand:
In neuerer Zeit wurden mehrere Sonderprojekte beim Büro des Schweizerischen Idiotikons angesiedelt.
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